(ohne Titel)

Eine Freundin organisiert mit der Realismus-Arbeitsgruppe eine Ausstellung im Kunstverein Frankfurt. Und ich muss gestehen, dass ich Realismus immer schon recht langweilig gefunden habe. Hier sind ein paar Zitate aus Anti-Realismus-Texten:

aus “Ich weiß über nichts als über den Menschen Bescheid”, einem Interview mit Fassbinder:

Ich kann mir vorstellen, dass das Unrealistische in diesen Filmen die Leute mehr zu ihrer eigenen Realität und darüber hinaus zu einer Utopie bringen kann, weil sie die Möglichkeit eines Vergleichs haben und weil ihnen nicht noch einmal dasselbe auf den Kopf geschlagen wird. Nochmal dasselbe sehen will man ja nicht. Die Leute wollen’s nicht nochmal sehen, sondern sie wollen’s nochmal erleben, aber nicht, indem sie einfach dasselbe nochmal sehen, sondern indem das, was sie sehen, die Möglichkeit gibt, es nochmal zu erleben und ihnen das nicht versperrt, Spaß an ihrer eigenen Realität zu haben. Diese meisten sozialistischen Filme nehmen den Leuten das Vergnügen an ihrer eigenen Realität.

aus “Der Sinn der Realität”, einem Interview mit Fassbinder:

Ein realistischer Film verfälscht die Realität, er ist nichts als überflüssige Wiederholung. Das lehne ich ab. Man hält die Leute für dümmer, als sie sind, wenn man ihnen die Wirklichkeit so zeigt, wie man glaubt, dass sie sie sich vorstellen. Wichtig ist, den Sinn der Realität freizulegen. Sonst tendiert der Realismus, die Kopie der Wirklichkeit, genauso wie das wirkliche Leben, nur dazu, den Sinn zu verbergen.

aus “Vive le tèchenicolor !!! (ou, en sous-titre: On en a marre, du voleur de bicyclettes)” von Boris Vian:

Et puis, à part ça, c’est bien gentil, la vie dure, les affiches, les draps au clou, les bicyclettes, les bons ouvriers, le peuple, le sens de la collectivité, le «je me penche sur les pauvres»… […] C’est bien réjouissant la misère.

Mais moi j’aime mieux les pieuvres. Les pieuvres de huit mètres, toutes rouges, avec des yeux tout bleus et grands commes des plats, et vingt-cinq mille ventouses, et puis les scaphandriers, les quarante voleurs, les tapis volants, les fantômes, les vampires, les trucages, les courses d’auto, les sorcières, les marx brozeures, les barons Münchhausen, les rêves, les tunnels sous la Manche, […]

Boris Vian ist übrigens ein genialer Maler, aber ich habe leider nicht die Erlaubnis bekommen, Bilder von ihm hier zu posten. Seine Bilder haben Titel wie: “Fahren sie diesen Sommer nach Cannes.” und zeigen Eisenmenschen mit Pyramidenkopf und Schraubenpenis, die sich gegenseitig am Strand erschiessen.

Boris Vian

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